COVID-19 und seine Auswirkungen auf das Steuerrecht

Mit den bundesrätlichen Massnahmen wird unter anderem das Arbeitsmodell Homeoffice stark gefördert. Diese Verlegung des Arbeitsortes nach Hause kann eine Reihe von Rechts- und Steuerfolgen nach sich ziehen, die es zu berücksichtigen gilt. Mit Bezug auf das Arbeitsrecht stellt sich z.B. die Frage, wer für die Kosten von zusätzlichem Arbeitsmaterial aufkommt und wie dies im Lohnausweis zu berücksichtigen ist. Die Arbeitgeber haben begonnen, sogenannte Corona-Pauschalen an die Mitarbeiter auszubezahlen, die einkommenssteuerlich relevant sind bzw. im Lohnausweis korrekt abzubilden sind. Mit Blick auf einen möglichen Arbeitsunfall zu Hause, stellt sich z.B. die Frage der Versicherungsdeckung. Steuerrechtlich spielt es für Grenzgänger eine Rolle, wie viele Tage sie im Betrieb und wie viele sie von zu Hause aus arbeiten. Das Homeoffice-Modell bringt diese Verteilung durcheinander. Dank der Verständigungsvereinbarungen, welche die Schweiz mit den Nachbarländern abgeschlossen und in der Zwischenzeit mehrmals verlängert hat, gilt für die Arbeit von zu Hause aus, die Fiktion der Verrichtung im Betrieb. Der Grenzgängerstatus bleibt also aufrecht erhalten. Umgekehrt begründen schweizerische Unternehmen mit ausländischen Mitarbeitern, die von zu Hause aus arbeiten, keine Betriebsstätte im Ausland. In diesem Zusammenhang gilt es auch das Augenmerk auf die sozialversichersrechtliche Situation dieser Mitarbeiter zu richten.

Von den Auswirkungen der Coronakrise sind nicht nur die direkten Steuern betroffen, auch auf die Mehrwertsteuer machen sie sich bemerkbar. Es stellt sich z.B. die Frage, wie Bürgschaften für COVID-Kredite oder Kurzarbeits und Erwerbsausfallsentschädigungen mehrwertsteuerlich korrekt zu verbuchen sind. Auch bezüglich Fristen und Verzugszinsen wurden von der ESTV Regelungen erlassen (seit dem 1. Januar 2021 ist z.B. wieder ein Verzugszins auf die Mehrwertsteuerzahllast geschuldet). Mit Blick auf die obligatorische Steuerpflicht könnte man sich die Frage stellen, ob sich Steuerpflichtige von der Mehrwertsteuerpflicht abmelden sollten, weil sie den erforderlichen Umsatz nicht erreicht haben, oder ob dies nicht ein zu grosser Aufwand bedeutet und niemand so genau weiss, wie es weiter geht (z.B. Restaurant-Branche z.B.).

Ganzen Artikel als PDF öffnen